Lymphdrainage- Behandlung der Lymphknoten & Lymphbahnen

Neben dem Blutkreislauf durchzieht den Körper noch ein weiteres Gefäßnetz: das Lymphgefäßsystem.

Die Lymphbahnen darin haben die Aufgabe, lebenserhaltende Stoffe zur Versorgung der Körperzellen zu transportieren. Da die Lymphe aber auch Schadstoffe, Krankheitserreger und schadhafte Zellen mit sich führt, sind in das Lymphgefäßsystem  Filterstationen eingeschaltet: die Lymphknoten. Diese reinigen die Lymphe von schädlichen Bestandteilen und verhindern somit ihre Abgabe ins Blut.
Das Lymphsystem ist ein „Einbahnstraßen-System“ – es fließt nur in eine Richtung. Sind also Gefäße oder gar Bahnen darin verstopft, entsteht ein Ungleichgewicht im körpereigenen Abwehrsystem.  Es können sich schmerzhafte Stauungen, Ödeme und Schwellungen bilden.

Physikalische Therapie erster Wahl bei Rheumatischen Erkrankungen

Vor allem bei bestehenden Rheuma-Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Bechterew oder Fibromyalgie ist der Körper ganz Besonders auf die eigene Heilungskraft und Immunabwehr angewiesen. Wenn zusätzlich schmerzhafte Gewebsstauungen auftreten,
stellt das oft eine weitere große Belastung für den ohnehin schon angegriffenen Stützapparat dar. Hier kann die Lymphdrainage besonders sanft Schwellungszustände vermindern und somit Linderung der Schmerzen erzielen.

Kombination von Lymphdrainage und Radontherapie

Ein gemeinsamer Einsatz einer Lymphdrainage und einer Radontherapie, bei der besonders die Wirkfaktoren Radon und Wärme eine große Rolle spielen, können erfahrungsgemäß gute und anhaltende Erfolge erzielt werden. Die Wärme eines Wannenbads oder im Radonklima des Heilstollens fördert die Lockerung und Entspannung des Bewegungsapparates. Das Radon bewirkt die Produktion von Endorphinen (körpereigene schmerzlindernde Stoffe). Diese unterstützen die schmerzlindernden Effekte der Therapieeinheit noch einmal mehr.

Was ist die Lymphdrainage? - Anwendung & Technik

Die Lymphdrainage ist eine besondere Form der Streichmassage, bei der mit sanftem Druck und kreisenden Bewegungen entlang der Lymphbahnen und Lymphknoten therapiert wird. Diese Bahnen beginnen im Gewebe mit sogenannten „schwingenden Zipfeln“ und werden immer dicker, bis sie – gleich wie im Venensystem – Klappen ausbilden, um einen Rückfluss der Flüssigkeit zu verhindern.
Auf die fließende Streichung und Aktivierung  hin, werden der Lymphfluss und somit auch die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen gefördert, die Transportkapazität gesteigert und Wasseransammlungen im Gewebe abgeleitet. Entstandene Schmerzbereiche werden sanft gelockert und aufgelöst. Der Stützapparat wird entstört und gestärkt.

Wann kann die manuelle Lymphdrainage hilfreich sein?

Die Lymphdrainage kann angewendet werden bei:

  • Lymphödemen
  • posttraumatische und postoperative Schwellungen
  • Hämatome & Muskelfaserrissen
  • diffuses Schwellungsgefühl (wie es zB bei Fibromyalgie vorkommt)
  • rheumatischen Erkrankungen

Gegenanzeigen: akute Entzündungsherde oder Thrombosen sollten vor der Therapie ausgeschlossen werden. 

 

 « Die Lymphdrainage ist Therapie erster Wahl für erfolgreiche Behandlung von schmerzhaften Stauungen und Schwellungen im Körper. Gleichzeitig kann eine Lymphdrainage individuell auf den Patienten abgestimmt, sowie besonders sanft und effektiv angewendet werden. »

Markus Hofmann,
Leitung Therapieabteilung Bärenhof